Ectoplasm


Installation vidéo, 2009.

Shift Electronic Arts Festival Basel 2009.

Monolithe noir, haut-parleurs, lecteur DVD, beamer.



Ectoplasm 1


Ectoplasm


Ectoplasm ist der Stoff, aus dem die Geister sind. In der
Parapsychologie bezeichnet der Begriff die gazeartige Substanz, die bei
einem Medium angeblich aus den Körperöffnungen tritt, wenn es sich
in Trance befindet. Ektoplasma gilt als lichscheu, nur in fast völliger
Dunkelheit ist es zu erkennen. Renaud Loda und Sebastien Verdon
führen mit Ihrer Installation in die Hochzeit der Séancen und
spiritischen Zirkel zurück. Punkt für Punkt lassen sie Ektoplasma in
der Schwärze des Nichts erscheinen: Ein Kreis formiert sich, Hände, ein
kurzes Aufblitzen - kaum fassbar, nur eine Wolke, nur ein Schaum,
alles zerrinnt gleich wieder. Scharlatanerie ? Nun, kaum etwas ist hier,
was es zu sein scheint. Schliesslich waren Séancen nicht selten
wirtschaflich motivierte Illusions-Maschinen, bei denen die Teilnehmer
dafüt bezahlten, mittels eines Mediums ihr Bedürfnis nach einem
höheren Sinn zu befriedigen. So geben sich die Künstler als
Zeremonienmeister und versprechen Erlösung vom Horror vacui,
unterlaufen aber zugleich gängige Rollenbilder von Kunst und Medien
als Sinnstifter und Heilsbringer. Lassen wir uns bloss von einem
zwielichtigen Spuk betören, oder flackert da Tatsächlich so etwas wie
Transzendenz ?



Ectoplasm 2